Prinz Pommes 7+
von Michael Miensopust

Die meisten Vormittage sind schrecklich für Bodo. Weil er in die Schule muss und dort am liebsten in der letzten Reihe unsichtbar wäre. Aber er soll an die Tafel und unter dem Gelächter der ganzen Klasse Rechenaufgaben lösen. Oder im Sportunterricht muss er sich auf den Barren quälen und über komische Böcke springen, obwohl er jedes Mal hängen bleibt. Schrecklich!

Die Nachmittage sind wunderbar. Da kann Bodo sich schön zu Hause in das Sofa verkriechen. Und ganz viele leckere Sachen um sich herum aufbauen und verspeisen: Chips, Cola, Schokolade, Kuchen, Popcorn – alles hat er ganz für sich alleine. Und dann den Fernseher anstellen und die Lieblingssendungen durchzappen - eine nach der anderen. Das ist das Tolle am Fernsehen: Es hört nie auf. Wunderbar!

Ein Stück übers Futtern und Fernsehen, Träume und Schäume, Dicke und Dünne.

Regie und Ausstattung: Michael Miensopust
Es spielt: Daniel Blum
Dauer: 60 Minuten

Premiere 19. Oktober 2017 // Georgenhalle Hildburghausen

Pressestimmen

Freies Wort Hildburghausen (21.10.2017)

Prinz Pommes lädt zum Futtern, Fernsehen und Träumen ein.
Den Grundschülern gefällt das Stück sehr gut. Sie haben Spaß – genau wie Schauspieler Daniel Blum. (…) Die Kinder hängen dem Schauspieler an den Lippen, freuen sich über die Späße, erkennen Parallelen. (…) Ist es gut dick zu sein – nur fettiges zu essen? Ist es gut sehr dünn zu sein – nur Sport zu treiben und sich von Diät zu Diät zu hangeln? Bei der Geschichte über Prinz Pommes kommt man ins grübeln. Es ist ein Stück zum Lachen und Verwundern und es ist ein Stück, das zeigen soll, dass beide Extreme nicht gut sind. Man soll sich so akzeptieren, wie man ist. (…)

Schwäbisches Tagblatt

„Prinz Pommes“, Uraufführung und Premierenstück  heimste viel Beifall ein. Zu Recht. Denn Fast Food ist nur das Thema. Die Inszenierung von Michael Miensopust bietet schon höhere Theater-Kochkunst voller raffinierter Zutaten. (...) Eine temporeiche Geschichte, voller ironischer Anleihen bei Märchen, der amerikanischen Esskultur oder Kino-Verfolgungsjagden. Herrlich, wie Blum seinen Personen den passenden Ton gibt, mal der mit Süßis verführte kleine Junge ist, mal der dröhnende Burger-Meister von Big City, mal die triezige Klassenlehrerin Frau Weissmüller-Ganzkar.“

Reutlinger General-Anzeiger
Miensopust stellte ein zauberhaftes, sehr unterhaltsames Stück über gestörte Essgewohnheiten bei Kindern auf die Bühne. Was die Produktion so angenehm macht: Sie verzichtet ganz auf den erhobenen Zeigefinger. (...) hinreißend erzählt von Miensopust und genauso hinreißend gespielt von Daniel Blum. Der Schauspieler steigt voll in die Pummel-Figur ein, putscht sie auf mit prallem Leben. Er braucht kaum Requisiten und nur eine spartanisch eingerichtete Bühne. Alles andere läuft über seine spielerische Kunst der Fantasie, die er mit gezielter Mimik und Gestik unterstützt. Er trippelt, schwitzt, rollt, hüpft über die Bühne, fast bis zur Erschöpfung. Nach einer Stunde ist Schluss und der Applaus ist ihm sicher.

Schwarzwälder Bote
Ein poetisches Stück über ein ernstes Thema – Fehlerhafte Ernährung ist bei vielen Kindern an der Tagesordnung, Fastfood und fettreiches Essen führen zu Übergewicht. Miensopust klärt aber auf ohne erhobenen Zeigefinger, streift Probleme auf eine witzige, spielerische, kindgerechte Art.

Uraufführung 2005 am Landestheater Tübingen