Erste Stunde 14+
von Jörg Menke-Peitzmeyer

Julia Rickert kommt neu in die Klasse. Bisher war sie immer das Opfer, die Verliererin. Nicht nur in der Schule, auch im Internet wurde sie gemobbt. Heute an ihrem ersten Schultag in der neuen Schule will sie den Spieß umdrehen: sie gibt den Mitschülern fünf Minuten, um alles mit ihr zu machen, was sie wollen. Man kann sie beschimpfen oder den Rucksack klauen - all das kennt sie und sie würde es ohne Gegenwehr über sich ergehen lassen. Sie hat sich damit abgefunden, dass sie nie dazu gehören wird.

Aber sie will nicht mehr nur einstecken müssen. Sie provoziert die Mitschüler, diese müssen sich zu ihr verhalten - durch Schweigen, Lachen, Kommentare. Wer reagiert wie? Auf diese Weise greift sie in die Klassengemeinschaft ein und sucht nach einem Ausweg für die Opfer, die Täter und die Zuschauer. Der Monolog spielt mit der Gruppendynamik der Klasse. Mitleid, Aggression, Wegschauen. Die Schüler müssen sich aktiv zu der Neuen verhalten und werden - das ist der Kunstgriff des Stücks - mit sich selbst konfrontiert, eine ganze Schulstunde lang. Damit wird verhandelbar was allgegenwärtig ist, aber im Schulalltag niemand anzusprechen wagt.

"Erste Stunde" erhielt den Autorenförderpreis 2006 der Landestheater.

Aus der Laudatio:
"Wem das Tätersein nicht liegt, der spezialisiert sich, wie die Schülerin, am besten auf die Rolle des Opfers. Eine Rolle, die laut Stück, einem wesentlich mehr abverlangt: "Intelligenz, Instinkte, Überlebensstrategien, Intuition .... " Nun ist es dem Autor aber keineswegs nur um den Schock zu tun. Er relativiert klug, indem er, teils mit Witz, das Groteske der Verhältnisse, das nicht Gemäße auch des eigenen Verhaltens der Jugendlichen Rickert vor Augen führt. Rickert ist ein Antiheld, ein Ritter von der traurigen Gestalt. Jörg Menke-Peitzmeyer hat ein nötiges, beeindruckendes und mutiges Theaterstück über unsere Schulen geschrieben, die die Schulen des Lebens sind."

Regie und Ausstattung: Patricia Hachtel
Es spielt: Doreen Olbricht

Vor- und Nachbereitung:

Theaterpädagogisches Begleitmaterial steht auf Anfrage zur Verfügung.
Im Anschluss an die Aufführung wird es ein Nachgespräch mit Frau Nancy Preuß (Psychosoziale Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Hildburghausen) und Frau Monika Heinze (Leiterin Kinder- und Jugendschutzdienst) geben. Des Weiteren werden die Nachgespräche durch Mitarbeiter der Helios Fachkliniken Hildburghausen betreut.

Premiere 15.09.2017 // 19:30 Uhr // Stadttheater Hildburghausen

Kartenvorverkauf in der Touristinformation Hildburghausen

Die Patenklassen dieser Produktion sind die 7. und 8. Klasse der Hermann-Lietz-Schule Haubinda.